Spanische Partie – Abtauschvariante

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Wenn möglich ist die Spanische Partie meine erste Wahl.

Die Spanische Partie beginnt also mit
1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–b5 *

Es gibt dann mehrere Varianten, wobei ich dann aber eindeutig Abtauschvariante bevorzuge. Vorausgesetzt der schwarze Springer kommt von b8 auf c6 dann denke ich mir, ein Springer ist ungefähr gleich viel Wert wie ein Läufer und es kommt hauptsächlich darauf an, welche Stellung sie haben, was sie als Paar leisten können und wie die übrige Partie aufgebaut ist. Bei geschlossenen Partien hat der Springer eventuell vorteile und bei den offenen eher der Läufer. In der aktuellen Stellung schätze ich den Läufer zwar als etwas wertvoller ein, aber Lfb5xSpc6 bringt mir den Vorteil, dass ich dann in Ruhe rochieren kann und das Schwarz nahezu gezwungen ist, meinen Läufer zu schlagen und einen Doppelbauer auf der c-Linie zu produzieren.
1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–b5 a7–a6
4. Lfb5xSpc6 – bxc6 (ist meist die Reaktion)
5. 0-0 * und dann weiter je nach Aktion von Schwarz.

Wenn hingegen mit dem Bauern auf d mein Läufer geschlagen wird, dann ändere ich auf

Zitat Wikipedia:

Die Grundidee von Weiß ist die Bildung einer Bauernmajorität am Königsflügel mit gleichzeitiger Entwertung der schwarzen Majorität am Damenflügel (Doppelbauer auf der c-Linie). Nach dem Abtausch des weißen d-Bauern gegen den schwarzen e-Bauern wäre das reine Bauernendspiel für Weiß meistens gewonnen.

Die Abtauschvariante wurde in erster Linie vom Schaffen zweier Weltmeister geprägt: Emanuel Lasker und Bobby Fischer. Sie war zwar schon im 19. Jahrhundert bekannt, größere Bedeutung erlangte sie jedoch erst nach der Partie Lasker – Tarrasch im WM-Wettkampf 1908, in der Weiß den kleinen Vorteil der besseren Bauernstruktur im Endspiel verwerten konnte. Lasker konnte dadurch aber nicht die allgemeine Meinung ändern, dass das schwarze Läuferpaar eine mehr als ausreichende Kompensation für den Entwicklungsnachteil und die Verschlechterung der Bauernstruktur darstellt. Auch die turnierentscheidende Partie Lasker – Capablanca, St. Petersburg 1914 erregte Aufsehen.

4. … b7xc6 beengt die schwarze Stellung und lässt das schwarze Läuferpaar nicht zur Geltung kommen. Weiteres 5. d2–d4 e5xd4 6. Dd1xd4 bringt eine dominante Stellung für die weiße Dame.

Fischer spielte die Abtauschvariante bei der Schacholympiade 1966 in Havanna dreimal gegen starke Gegner und leitete damit eine Renaissance der Abtauschvariante ein.

Bekannte Variationen, die ich ebenfalls schon versuchte und die in mein Repertoire aufgenommen werden, in der Reihenfolge wie ich sie bevorzuge:
Moderne Variante
seit den 90er Jahren populär
3. … a7–a6
4. Lb5–a4 Sg8–f6
5. 0–0 b7–b5
6. La4–b3 Lf8–c5
und mit der Möller-Variante 3.
… a7–a6
4. Lb5–a4 Sg8–f6
5. 0–0 Lf8–c5 verwandt.

Das Jänisch-Gambit (ECO-Code: C63) entsteht nach den Zügen:

1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–b5 f7–f5

und die Moderne Steinitz-Verteidigung (auch verzögerte Steinitz-Verteidigung oder Neo-Steinitz-Verteidigung) (C72–C76) entsteht nach den Zügen:

3. … a7–a6
4. Lb5–a4 d7–d6


Mit Schwarz antworte ich auf Ruy Lopez meist mit der Berlin Defence.

Weblinks
Spanische Partie Wikipedia
Abtauschvariante (Spanische Partie)

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