Italienische Partie

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Typischerweise beginnt sie mit den Zügen:

1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–c4 Lf8–c5

Bei der Italienischen Partie handelt es sich um eine Eröffnung des Schachspiels, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Sie ist auch bekannt als Giuoco piano und zählt zu den ältesten Eröffnungen, die bereits in der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Göttinger Handschrift erwähnt wird. In den folgenden Jahrhunderten war sie der populärste Spielanfang, ihren Namen verdankt sie den Meistern der Italienischen Schule, die vor allem nach freiem Figurenspiel und kombinatorischen Verwicklungen strebten.
Die Italienische Partie zählt zu den Offenen Spielen und entwickelt sich aus dem Königsspringerspiel.


Weiß stehen in der Diagrammstellung mehrere Pläne zur Verfügung. Einer der aggressivsten, der zu offenen Stellungen mit vielen taktischen Möglichkeiten führt, ist, nach 4.c3 Sf6 mit 5.d4 frühzeitig die Initiative im Zentrum zu ergreifen. 5.d4 erfolgt mit Angriff auf den Läufer c5, Schwarz tauscht am besten mit 5…exd4 die Bauern, aber nach 6.cxd4 verfügt Weiß über ein gefährliches mobiles Bauernpärchen. Schwarz muss bereits hier sehr genau spielen. So wäre der Rückzug 6…Lb6 schlecht, weil er den weißen Zentrumsbauern Gelegenheit zum Vorrücken geben würde. Stattdessen ist 6…Lb4+ Pflicht, um Weiß zu einer Reaktion auf das Schach zu zwingen. Die moderate Antwort ist 7.Ld2 Sxd2+ 8.Sbxd2, was aber den in vielen Offenen Spielen so wichtigen zentralen Gegenstoß 8…d5 zulässt, der mit Tempogewinn gegen den Läufer c4 das weiße Zentrum aufbricht. Nach 9.exd5 Sxd5 bleibt von dem „idealen“ Zentrum d4-e4 denn auch nicht mehr als ein isolierter Bauer auf d4 übrig. Trotzdem haben aber beiden Seiten hier viele Chancen.

  • Der Greco-Angriff entsteht in der Hauptvariante 4. c2–c3 Sg8–f6 5. d2–d4 e5xd4 6. c3xd4 Lc5–b4+

7. Sb1–c3 ist die Möglichkeit der Hauptvariante, aber 7. Lc1–d2 ist eine weitere Möglichkeit.

  • Der Möller-Angriff 7. … Sf6xe4 (7. … d5?! geschah in Steinitz – von Bardeleben, Hastings 1895) 8. 0–0 Lb4xc3 9. d4–d5 (Die Verbesserung Möllers) Lc3–f6 10. Tf1–e1 Sc6–e7 11. Te1xe4 d7–d6 12. Lc1–g5 Lf6xg5 13. Sf3xg5 h7–h6 mit den beiden Angriffswegen
    • 4. Lc4–b5+ Lc8–d7 (14. … c6?, wonach nicht 15. dxc6? 0–0 folgt, sondern 15. Sxf7! Kxf7 16. Df3+ mit starkem Angriff) 15. Dd1–e2 Ld7xb5 16. De2xb5+ Dd8–d7 17. Db5xb7 0–0 18. Ta1–e1 Ta8–b8! (18. … Tfb8 19. Txe7 Dxe7 20. Dxb8+ Txb8 21. Te4xe7 h6xg5 22. Txc7 Txb2 23. h3 Txa2 24. Tc6 und das Turmendspiel ist remis.) 19. Db7xa7 (19. Txe7? scheitert daran, dass nach 19. … Dxe7 das Schlagen 20. Dxb8?? diesmal ohne Schachgebot erfolgt, so dass Weiß nach 20. … Dxe1# matt ist.) 19. … Se7xd5 20. Da7xd4 Dd7–f5! 21. Sg5–f3 Tb8–b4 22. Sf3–h4 (22. Dxb4?! Sxb4 23. Txb4 sollte für Weiß nicht reichen) 22. … Df5–g5! 23. Sh4–f3 Tb4xd4 24. Sf3xg5 Td4–d2 und Schwarz gewinnt auf b2 einen wichtigen Bauern, weil Weiß erst seinen Springer g5 retten muss. Das ist auch der Grund, warum Schwarz den indirekten Damentausch erst nach dem Einschub der Züge 22. … Dg5! 23. Sf3 zulässt

    • und 14. Dd1–e2 h6xg5 15. Ta1–e1 Lc8–e6 16. d5xe6 f7–f6 kristallisierte sich im Laufe der Zeit als Hauptvariante heraus.

Die italienische Eröffnung führt mich zu einer besonders interessanten Eröffnung, dem Evans-Gambit.

Zuerst aber noch ein paar Videos:

Falls man einfach ein wenig Spaß haben möchte, kann man auch das einmal versuchen:

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