A80 – A99 Holländische Verteidigung

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Die niederländische Verteidigung hat einen ganz eigenen Charakter. Schwarz spielt normalerweise entweder für einen klassischen Aufbau mit 2… e6 3… d6 4… Le7, für einen Stonewall mit 2… e6 3… d5 4… c6 oder für Leningrad mit 2 … g6 3… Lg7 4… d6. Weiß spielt hier normalerweise 2. c4, obwohl viele Züge spielbar sind. Eine interessante, wenn auch oft als zweifelhaft angesehene Option ist das Staunton-Gambit mit 2. e4, was zu taktischen Stellungen führt, anstatt zu den positionellen und direkten Angriffen, welche die Niederländer normalerweise bieten. Dies greift das e4-Feld an, ohne Züge zu kopieren.
Ungefähre Chancen (statistisch): Weiß gewinnt 36%, Remis 42,1%, Schwarz gewinnt 29,1%.

Siehe dazu auf Wikipedia und Wikibooks.
Die Holländische Verteidigung beginnt mit: 1. d4 f5

A80 1. d4 f5 ohne 2. g3, 2. e4, 2. c4 Holländisch (Dutch)
A81 1. d4 f5 2. g3 Dutch Defense, Fianchetto Attack
A82 1. d4 f5 2. e4 Staunton-Gambit abgelehnt
A83 1. d4 f5 2. e4 fxe4 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 Dutch, Staunton Gambit angenommen
A84 1.d4 f5 2.c4 e6 Holländisch, 2.c4
A85 1.d4 f5 2.c4 Nf6 3.Nc3 Holländisch mit c4 und Nc3
A86 1. d4 f5 2. c4 Sf6 3. g3 Holländisch mit c4 und g3
A87 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. Nf3 Holländisch Leningrad, Main Variation
A88 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. Nf3 O-O 6. O-O d6 7. Nc3 c6 Holländisch Leningrad, Main Variation with c6
A89 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. Nf3 O-O 6. O-O d6 7. Nc3 Nc6 Holländisch Leningrad, Main Variation with Nc6
A90 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Dutch Defense, Classical Variation
A91 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 Dutch Defense, Classical, Fianchetto, Blackburne Attack
A92 1. d4 f5 2. c4 Sf6 3. g3 e6 4. Lg2 Le7 5. Sf3 Dutch Defense, Fianchetto, Classical Variation, 4…Be7 5.Nf3 O-O
A93 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 5. Nf3 O-O 6. O-O d5 7. b3 Dutch, stonewall, Botwinnik variation
A94 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 5. Nf3 O-O 6. O-O d5 7. b3 c6 8. Ba3 Dutch, Classical, Stonewall Variation
A95 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 5. Nf3 O-O 6. O-O d5 7. Nc3 c6 Dutch, Classical, Stonewall with Nc3
A96 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 5. Nf3 O-O 6. O-O d6 Dutch, classical variation
A97 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 5. Nf3 O-O 6. O-O d6 7. Nc3 Qe8 Dutch, Ilyin-Genevsky variation
A98 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 5. Nf3 O-O 6. O-O d6 7. Nc3 Qe8 8. Qc2 Dutch, Ilyin-Genevsky variation with Qc2
A99 1. d4 f5 2. c4 Nf6 3. g3 e6 4. Bg2 Be7 5. Nf3 O-O 6. O-O d6 7. Nc3 Qe8 8. b3 Dutch, Ilyin-Genevsky variation with b3

Hauptvarianten:

  • Klassisches System: 2. c2–c4 Sg8–f6 3. g2–g3 e7–e6 4. Lf1–g2. Nach den ersten 4 weißen Zügen sind folgende Fortsetzungen üblich:
    • Iljin-Genewsky-System: 4. … Lf8–e7 5. Sg1–f3 0–0 6. 0–0 d7–d6 (benannt nach Alexander Iljin-Schenewski. Die ehemalige Popularität zeigt sich an den Platzhaltern ECO A96 bis A99). Kennzeichnend ist der Aufbau mit e6 und d6 mit Le7. Schwarz möchte e5 durchsetzen. Danach kommt sein Lc8 ins Spiel und er kann ggf. am Königsflügel angreifen. Der weiße Plan lautet zu e4 zu kommen und in der e-Linie aktiv zu werden. Nach z. B. 7. Sc3 De8 8. Te1 Dg6 9. e4 fxe4 10. Sxe4 Sxe4 11. Txe4 wird das durch die Falle 11. … Dxe4?? 12. Sh4 realisiert.
    • Stonewall-Aufbau mit Le7 4. … Lf8–e7 5. Sg1–f3 0–0 6. 0–0 d7–d5 (ECO A93 bis A95). Der Aufbau heißt Stonewall, weil sich das Zentrum nur selten öffnet. Bei der Verlagerung des Spiels auf die Flügel erhofft sich Schwarz Königsangriff. Der Abtausch der schwarzfeldrigen Läufer via a3 (vorbereitet durch 7. b2–b3) gibt Weiß das etwas bessere Endspiel. Dabei wäre das durch Abtausch des weißen weißfeldrigen Läufers gegen einen schwarzen Springer entstehende Endspiel Springer gegen schlechten Läufer ideal, weil in geschlossenen Stellungen der Springer dem Läufer überlegen ist.
    • Stonewall-Aufbau mit Ld6 4. … c7–c6 5. Sg1–f3 d7–d5 6. 0–0 Lf8–d6. Durch De7 wird der Abtausch der schwarzfeldrigen Läufer via a3 verzögert. Alternativ kommt dieser Abtausch via Lf4 zustande.
    • Aljechin-Variante: 4. … Lf8–e7 5. Sg1–f3 0–0 6. 0–0 Sf6–e4
    • Durch das frühe c2–c4 sind Manöver mit 4. … Lf8–b4+ möglich wie in Bogoljubow – Aljechin, Hastings 1922 und Euwe – Aljechin, Zandvoort 1935. Häufig wird mittels der vorgezogenen Entwicklung des weißen Königsflügel 2. g2–g3, 3. Lf1–g2, 4. Sg1–f3, 5. 0–0 ein Lb4+ vermieden.
  • Leningrader System: 2. c2–c4 Sg8–f6 3. g2–g3 g7–g6
  • Staunton-Gambit: 2. e2–e4

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