A43 und A44 Old Benoni Defense

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Meine A43 Alt-Benoni Partien – Repertoire.

Für die Alt-Benoni-Verteidigung 1.d4 c5 2.d5 (ECO-Codes A43–A44) finde ich die Beschreibung auf Wikipedia informativ, daher zitiere ich daraus:
In der Alt-Benoni-Verteidigung verzichtet Weiß auf c2–c4. Dadurch bleibt das Feld c4 für eine Leichtfigur frei und Lb5+ ist unter Umständen eine Option. Falls Weiß im zweiten Zuge den Bauern schlägt, gewinnt ihn Schwarz nach 2. … e7–e6 oder 2. … Dd8–a5+ wieder zurück. Weiß setzt daher meist mit 2. d4–d5 fort, um Schwarz einzuengen. Aus diesem Grund wurde die Variante lange Zeit für sehr vorteilhaft für Weiß gehalten.

Aljechin bezeichnete die Alt-Benoni-Verteidigung in der Form 2. … e7–e5 3. e2–e4 d7–d6 sogar als „Schachsünde“, nachdem er sie bei der Schachweltmeisterschaft 1934 gegen Bogoljubow angewendet hatte. Statt Bogoljubows 4. f2–f4 empfahl Aljechin den Hebel f2–f4 erst nach 4. Sb1–c3. Schwarz sollte darauf durch 4. … a7–a6 Raumgewinn am Damenflügel vorbereiten und gleichzeitig dem Sc3 und dem Lf1 das Feld b5 verwehren.
Gespielt wurde die WM 1934 im Hotel Ruf in Pforzheim. In der neunten Partie gewann Aljechin mit einer ungewöhnlichen Eröffnung, die Bogoljubow in Schwierigkeiten brachte. Der Zug 10. Dd2 wurde allgemein getadelt. Der Zug 2. … e5 war zuvor selten gespielt worden, Bogoljubows 4. f4 wurde von Hans Kmoch als sehr verpflichtend bezeichnet. Bogoljubow habe kein einklängiges Spiel gehabt. Aljechin empfahl das Gambit 7. Sf3, so Kmoch. Aljechin hatte für die gesamte Partie nur 58 Minuten Bedenkzeit verbraucht, während Bogoljubow mehr als zwei Stunden für die ersten 12 Züge benötigte. Während zunächst angenommen wurde, dass Schwarz nach 20. … g4 eine gewonnene Stellung habe, zeigte Max Euwe, dass Weiß mit 24. h2–h4 noch gute Möglichkeiten gehabt hätte.

A44 Alekhine – Bogoljubov World Championship Rematch


Im Unterschied zum Tschechischen Benoni ist eine andere Springerentwicklung als Sg8–f6 möglich. Dadurch kann Schwarz früher zu seinem Bauernhebel f7–f5 kommen. Auf 4. f2–f4 e5xf4 5. Lc1xf4 strebt Schwarz mit Sg8–e7–g6 die Blockade des rückständigen Bauern e4 an.

Der deutsche Großmeister Lothar Schmid führte in den 1950er Jahren den spielbaren Aufbau 2. … d7–d6 3. e2–e4 Sg8–f6 4. Sb1–c3 g7–g6 in die Praxis ein, der ihm zu Ehren Schmid-Benoni genannt wird. Die Stellung nach weiterem 5. Lf1–e2 Lf8–g7 6. Sg1–f3 Sb8–a6 7. 0–0 Sa6–c7 8. a2–a4 a7–a6 9. Sf3–d2 Lc8–d7 10. Sd2–c4 b7–b5 ergab sich in Botwinnik – Schmid, Schacholympiade 1960. Botwinnik führte sein Spiel mit 11. e4–e5 kraftvoll weiter.

Eine Vermischung mit der Holländischen Verteidigung ist 2. … f7–f5. Im englischen Sprachraum wird das daher Dutch Benoni genannt.

2. … e6 3.e4 wird Franco-Benoni genannt, denn es ergibt sich zumeist aus der Französischen Verteidigung.
Statt 1.d4 c5 2.d5 e6 3.e4 ist die Eröffnung auch erreichbar über 1.e4 e6 2.d4 c5 3.d5 So komme ich über meine 1.e4 Eröffnung zur Franco-Benoni.

Mit weiterem 3. … e6xd5 4. e4xd5 d7–d6 will Schwarz den Bauern d5 mit seinen Figuren umzingeln. 5. Sb1–c3 anstelle von 5. c2–c4 hält für den Läufer f1 die Diagonale offen und schließt das Manöver Sf3–d2–c4 nicht aus, doch durch 5. … a7–a6 droht b7–b5. Weiß wehrt zwar diesen Raumgewinn mit 6. a2–a4 ab, aber seinen Leichtfiguren ist das Feld b5 genommen.

Hier findet man 25 Spiele A43 Old Benoni als pgn-Datei: A43 Old Benoni und 25 A44 Spiele: A44 Old Benoni.

Zum Abschluss noch eine Partie von Anatoly Karpov vs Veselin Topalov und weitere, vor allem eigene Partien, werden dann in eigenen Artikeln für die jeweiligen ECO-Codes A43 und A44 gesammelt.

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