Hinlenkung

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Bei der Hinlenkung unterscheidet man A) Hinlenkungsopfer und B) Hineinziehungsopfer. Dem erstickten Matt geht häufig ein Hinlenkungsopfer voraus, was hier ebenfalls erwähnenswert ist.

A) Hinlenkungsopfer
Als Beispiel verwende ich eine D12 Slav Defense, Quiet Variation (ganze Partie), Schallopp Defense zw. Lasker und Euwe. Bei Zug 24. lenkt Lasker den schwarzen Läufer auf b4

Ein zweites Beispiel auf Wikipedia stammt aus einer Partievariante des Spiels: Wladimir Kramnik – Alexei Schirow Tilburg, 1997 Hier ist interessant, dass Schirow mit Dame schlägt Springer, nach Te8 wieder zurück im Spiel wäre. Aber durch die Hinlenkung des Turms in den Schlagbereich des weißen Bauern und dann auch noch der Ablenkung des Königs mit einem Damenablenkungsopfer entscheidet Kramnik die Partie für sich. (Ich hätte mich sicher über den Springer gefreut und dann wahrscheinlich verloren. (;-) )

B) Hineinziehungsopfer
Der schwarze König wurde auf das Feld f8 in ein Mattnetz hineingezogen, Euwe hat aufgegeben, weil er im nächsten Zug sowieso mit dem Turm matt gesetzt worden wäre, wenn er die Dame mit dem König geschlagen hätte. Und bei König auf h7 hätte die Dame matt gesetzt, also gab es keine Möglichkeit mehr, nachdem der König auf f8 gelenkt wurde.

Auf chess.com kann man wieder „Hinlenkung/Ablenkung“ auswählen und auf lichess.org gibt es die Beispiele unter Attraction
Im Englischen findet man dafür auch die Bezeichnung Decoy.

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