Zugzwang

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Zugzwang bedeutet, dass für den Spieler der am Zug ist besser wäre, keinen Zug ausführen zu müssen. Im vorigen Artikel über Opposition ist der Zugzwang schon bedeutsam. Hauptsächlich spielt er im Endspiel eine Rolle, aber er kann auch schon im Mittelspiel vorkommen.

Der Begriff „Zugzwang“ wurde von Max Lange geprägt (die Engländer sagen „sugswang“ LOL).

Gegenseitiger Zugzwang (aus Wikipedia)


Ist Weiß am Zug, kann er nur Remis erreichen: Zieht sein König nach c6, so ist Schwarz patt. Auf alle anderen Königszüge schlägt der schwarze König den dann ungedeckten weißen Bauern auf c7, wonach die Partie ebenfalls remis ist.

Ist Schwarz am Zug, verliert er: Denn 1. … Kc8–b7 ist der einzig mögliche und daher erzwungene Zug. Darauf folgt 2. Kd6–d7 und im nächsten Zug erreicht der weiße Bauer die achte Reihe mit Umwandlung in eine Dame oder einen Turm, wonach Weiß in wenigen Zügen matt setzt.


In der Diagrammstellung sind beide Spieler im Zugzwang.

Beide Könige haben jeweils den gegnerischen Bauern angegriffen und verteidigen zugleich den eigenen Bauern. Wer am Zug ist, muss den Schutz des eigenen Bauern aufgeben, verliert diesen und damit die Partie.

Zugwechselmanöver
Am einfachsten ist der Wartezug – sämtliche Vorzüge der eigenen Stellung bleiben erhalten, aber die Zugpflicht wechselt zum Gegner
Schwarz muss durch den Wartezug mit dem Turm auf a2 mit dem König unter Zugzwang nach c8 und somit kann Weiß matt setzen.
Ein Paradebeispiel für einen Wartezug findet sich in der Unsterblichen Zugzwangpartie zwischen Fritz Sämisch und Aaron Nimzowitsch, in welcher Nimzowitsch durch den unscheinbaren Randbauernzug h7–h6 die sofortige Kapitulation seines Gegners erzwang.
Dann gibt es das Dreiecksmanöver (wurde schon im Matt mit 2 Läufern angewendet oder zumindest erwähnt) und noch andere, allerdings sehr selten vorkommend, also höchstens von theoretischer Bedeutung (Trapez mit Dame nach Manfred Zucker).

Weblinks
Zugzwang Wikipedia
Zugzwang – Übung auf chess.com
Unsterbliche Zugzwangpartie
magazine EG

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