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Caro-Kann-Verteidigung

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Die Grundstellung der Caro-Kann-Verteidigung entsteht nach den Zügen: 1. e2–e4 c7–c6

 

B10–B19: Caro-Kann-Verteidigung (1. e4 c6)

B10 1. e4 c6 Caro-Kann-Verteidigung — 2. Sf3 d5 3. Sc3 (Zwei-Springer-Variante)
B11 1. e4 c6 2. Sc3 2. … d5 3. Sf3 (Zwei-Springer-Angriff)
B12 1. e4 c6 2. d4 2. … d5 3. e5 (Vorstoßvariante)
B13 1. e4 c6 2. d4 d5 3. exd5 5. … cxd5 (Abtauschvariante)
B14 1. e4 c6 2. d4 d5 3. exd5 cxd5 4. c4 Sf6 5. Sc3 Panov Angriff
B15 1. e4 c6 2. d4 d5 3. Sc3 3. … dxe4 4. Sxe4 Sf6 5. Sxf6+ exf6
B16 1. e4 c6 2. d4 d5 3. Sc3 dxe4 4. Sxe4 Sf6 5. Sxf6+ gxf6 Nimzowitsch-Variante
B17 1. e4 c6 2. d4 d5 3. Sc3 dxe4 4. Sxe4 Sd7 Karpov-Variante
B18 1. e4 c6 2. d4 d5 3. Sc3 dxe4 4. Sxe4 Lf5 Klassische Variante — 5. Sg3 Lg6 6. Sh3 (Flohr-Variante)
B19 1. e4 c6 2. d4 d5 3. Sc3 dxe4 4. Sxe4 Lf5 5. Sg3 Lg6 6. h4 h6 7. Sf3 Hauptvariante

 

Die Bezeichnung geht auf den Deutschen, Horatio Caro und den Wiener, Marcus Kann zurück. Dass Schwarz 2. … d7–d5 ist offensichtlich, doch bevor ich näher auf die Variationen eingehe noch eine kleine Warnung für diejenigen, die Caro-Kann erlernen wollen. Aufpassen, es gibt gleich am Anfang Fallen, die peinlich werden könnten:

Ja, im schlimmsten Fall für Schwarz, gäbe es schon nach 5 Zügen ein schönes ersticktes Matt:

Varianten nach 3. Sb1–c3 (bzw. 3. Sb1–d2) d5xe4 4. Sc3xe4 (bzw. 4. Sd2xe4):

  • Klassisches System: 4. … Lc8–f5 5. Se4–g3 Lf5–g6
    Weiß deckt den Bauer – Tausch – und dann kommt Schwarz mit dem Läufer, was Weiß zu 6.h4 einlädt.

    Flohr-System/PetrosjanSmyslow-System: 4. … Sb8–d7
    Dazu gibt es das legendäre Spiel:


    Siehe dazu auch 20 Jahre Kasparov gegen Deep Blue.Larsen-Variante: 4. … Sg8–f6 5. Se4xf6+ g7xf6
    In dieser Variante nimmt Schwarz einen Doppelbauern in Kauf und erhält dafür auf der halboffenen g-Linie und durch sein Bauernzentrum aktives Spiel. Allerdings hat der schwarze Aufbau auch erhebliche Nachteile: Der Doppelbauer macht das schwarze Spiel unflexibler, und der isolierte h-Bauer neigt im Endspiel zur Schwäche.
    Nimzowitsch-Variante: 4. … Sg8–f6 5. Se4xf6+ e7xf6

    Varianten mit 3. Sb1–c3 ohne Tausch auf e4:

    • Gurgenidze-Gegenangriff: 3. Sb1–c3 b7–b5
    • Modernes oder Gurgenidze-System: 3. Sb1–c3 g7–g6

    Der Panow-Angriff aus Wikipedia:

    3. e4xd5 c6xd5 4. c2–c4 Sg8–f6 5. Sb1–c3. Schwarz hat drei Hauptfortsetzungen:

    • Mit 5. … e7–e6 verzichtet Schwarz auf die Entwicklung seines weißfeldrigen Läufers nach f5 oder g4 und festigt sein Zentrum. Nach 6. Sg1–f3 Lf8–e7 7. c4xd5 Sf6xd5 8. Lf1–d3 Sb8–c6 entsteht eine typische Isolani-Stellung der Verbesserten Tarrasch-Verteidigung. Das gilt ebenso für 7. c4xd5 Sf6xd5 mit 6. … Lf8–b4 statt Lf8–e7. 6. Sg1–f3 Lf8–e7 7. c4–c5 ist deshalb der als Caro-Kann einzuordnende Weg. Nach weiterer kurzer Rochade beabsichtigt Schwarz den Bauernhebel … b7–b6. Falls Weiß seinen Bauern c5 durch 8. b2–b4 vorsorglich deckt, ist der Sc3 ungedeckt. Darauf wird Schwarz Gegenspiel im Zentrum und am Königsflügel suchen durch … Sf6–e4. Das zeigt sich z. B. in 7. c4–c5 0–0 8. b2–b4 Sf6–e4 9. Dd1–c2 f7–f5.
    • Nach 5. … Sb8–c6 beginnt ein eigenständiger Variantenkomplex, der teilweise zu sehr konkretem Spiel führt und bis ins Endspiel analysiert ist. Beispielsweise besiegte Michail Botwinnik beim Turnier in Moskau 1935 Rudolf Spielmann in nur 12 Zügen.[2] Zwar kann Schwarz seinen Läufer weiterhin nach f5 oder g4 entwickeln, er muss aber dafür mit dem Vorstoß c4–c5 rechnen, der mit dem schwarzen Springer auf c6 stärker ist als ohne: Nach dem Hebel … b7–b6 ist dieser ungedeckt und kann mittels Lf1–b5 angegriffen werden. Für den anderen schwarzen Bauernhebel … e7–e5 wäre der Abtausch Lb5xc6 nachteilig. Nach 5. … Sb8–c6 6. Lc1–g5 oder 6. Sg1–f3 Lc8–g4 beginnen eigenständige Varianten, während 6. … e7–e6 jeweils durch Zugumstellung zur ersten Variante führt. 6. … Le6 war ein Versuch Alexander Aljechins
    • 5. … g7–g6 opfert nach 6. Dd1–b3 lieber vorübergehend den Bauern d5 mit 6. … Lf8–g7 7. c4xd5 0–0.

    Die Vorstoßvariante
    Im Gegensatz zur Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung entwickelt Schwarz nach 3. e4–e5 zumeist seinen Läufer mit 3. … Lc8–f5, um im nächsten Zug mit … e7–e6 den Punkt d5 zu festigen und den Bauernhebel … c6–c5 vorzubereiten. Weiß hat zahlreiche Möglichkeiten im vierten Zug: Lf1–d3, h2–h4, g2–g4, Sg1–e2, c2–c4, c2–c3, Lc1–e3, Sb1–d2, f2–f4, sowie

    Das positionelle Short-System: 4. Sg1–f3 gefolgt von 5. Lf1–e2 und
    Das scharfe Van-der-Wiel-System: 4. Sb1–c3 e7–e6 5. g2–g4 Lf5–g6 6. Sg1–e2.
    Die Varianten mit f2–f4, c2–c3 und Lc1–e3 können auch durch Zugumstellung ineinander übergehen.

    Oft wird der schwarze Läufer auf f5 das Ziel weißer Angriffe, etwa durch g2–g4, h2–h4–h5 (Partiebeispiel) oder Sg1–e2–g3 bzw. Sg1–e2–f4 oder kann im Falle einer Öffnung des Damenflügels durch c2–c4 dort fehlen. Deshalb gewinnt in letzter Zeit die Fortsetzung 3. … c6–c5, die Michail Botwinnik in der Schachweltmeisterschaft 1961 dreimal gegen Michail Tal spielte, wieder an Popularität.

    Abtauschvariante
    3. e4xd5 c6xd5 4. Lf1–d3. Nach folgendem c2–c3 und … e7–e6 entspricht diese Stellung der Abtauschvariante des Damengambits mit vertauschten Farben. 4. … Sg8–f6 bereitet … Lc8–g4 vor. Nach 5. h2–h3 Sb8–c6 6. c2–c3 e7–e5 7. d4xe5 Sc6xe5 hat Schwarz zwar einen Isolani, aber freies Spiel. Ab dem Jahre 2007 kam die Abtauschvariante in der Form 2. Sg1- f3 d7–d5 3. e4xd5 c6xd5 4. Sf3–e5 auf. Diese sogenannte „Apocalypse Attack“ erschwert die Entwicklung des Lc8 und behält sich Lf1–b5 vor.

    Fantasy-Variante
    Mit 3. f2–f3 wird zwar der Bauer e4 gedeckt; dieser Zug gilt allerdings als zweischneidig, da er nichts für die Entwicklung der Figuren leistet. Schwarz kann mit 3. … e7–e6 nebst … Sg8–f6 oder 3. … g7–g6 fortsetzen. Eine weitere interessante Idee ist, die Springer nach d7 und e7 zu entwickeln, um dann mit c5 oder e5 das weiße Zentrum zu attackieren (Hebel). Nicht selten wird mit 3. … d5xe4 4. f3xe4 e7–e5 (drohendes Damenschach auf h4) fortgesetzt, womit die Situation im Zentrum etwas geklärt wird und Schwarz freies Figurenspiel erhält. Analog zum Blackmar-Diemer-Gambit kann der Anziehende stattdessen (nach 3. … d5xe4) auch einen Bauern mit 4. Sb1–c3 opfern.

    Zweispringer-System
    2. Sg1–f3 d7–d5 3. Sb1–c3. Dies wurde von Bobby Fischer gern gespielt. Durch 3. … d5xe4 4. Sc3xe4 Lc8–g4 erschwert Schwarz die weiße Zentrumsbildung.

    Königsindischer Angriff
    2. d2–d3 mit der Idee 3. Sb1–d2, 4. g2–g3, 5. Lf1–g2 usw.

    Anti-Caro-Kann
    2. c2–c4 (Beschleunigter Panow-Angriff)

    Eine eigenständige Fortsetzung ist 2. … e7–e5.
    2. … d7–d5 3. e4xd5 c6xd5 wird das Panow-System ergeben. 3. … Sf6 bietet das Skandinavische Gambit an, mit dem man auf Entwicklungsvorsprung spielt.
    Rasa-Studier-Gambit
    2. d2–d4 d7–d5 3. Sb1–c3 d5xe4 4. f2–f3
    mit ECO-Schlüssel B15[3]

    Französisch vs Caro Kann
    Französisch vs. Caro Kann
    Französisch oder Caro?
    Beliebte 1.e4 Eröffnungen – Französisch und Caro Kann

Modern Italian Game – früher Zug nach d5

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Typischerweise beginnt die italienische Partie mit den Zügen:

1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–c4 Lf8–c5

Zuerst einmal eine schöne klassische Italienische:
Mikhail Kobalia vs Vladimir Petkov
Italian Game: Classical Variation. Giuoco Pianissimo (C53) · 1-0

Dann ein Video und die Überlegungen dazu:

Königsgambit

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Typischerweise beginnt das Königsgambit (ECO C30 – 39) mit den Zügen:
1. e2–e4 e7–e5 2. f2–f4

 

Folgendes PGN enthält 12.654 Partien aus dem Bereich C30–C39: Königsgambit (1. e4 e5 2. f4 …) – KingsGambit.

Nun, bei Königsgambit denke ich natürlich gleich an die „Unsterbliche Partie“, wahrscheinlichst die berühmteste Schachpartie überhaupt. Für das Schachmatt werden ein Läufer, beide Türme und die Dame geopfert!
Unsterbliche Partie


Folgende Überlegungen stammen großteils aus Crush with the King’s Gambit von GM Simon Williams. Und darum wird es gehen:

  • Erfahren Sie, wie Sie ab Schritt zwei die Initiative ergreifen können!
  • Lernen Sie wichtige taktische Ideen, um zu opfern und brillante Gewinne zu erzielen!
  • Lerne Positionspläne, um ein gutes Spiel zu erzielen, auch wenn Schwarz gut verteidigt.

Diese romantische Eröffnung ist im Top-Level-Spiel aus der Mode gekommen, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht anderswo Punkte sammeln kann und es ist eine riskante Eröffnung für beide Seiten. Hier das erste Beispiel, bzw. die erste Studie dazu:

2. Beispiel

3. Beispiel

4. Beispiel

5. Beispiel

Weblinks und Videos
Killerkönigsgambit
Falkbeer-Gegengambit
KGA Zvjaginsev’s Games C33-C39
Vadim Zvjaginsev vs Evgeny Tomashevsky King’s Gambit: Accepted. Fischer Defense (C34) · 1-0
C34: King’s Gambit Accepted, Fischer defence
Eröffnungsfallen/Fehler 10 – Fehler von weiß im Falkbeer-Gegengambit Youtube
Das Königsgambit – Eine Variantenempfehlung für Schwarz
Ilja lernt Patricks Killer Königsgambit (6) – „Misslungenes“ Falkbeer-Gegengambit

Läuferspiel

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Typischerweise beginnt das Läuferspiel (ECO C23–C24) mit den Zügen:
1. e2–e4 e7–e5 2. Lf1–c4

Die am häufigsten gespielten Erwiderungen sind 2. … Sg8–f6, 2. … Lf8–c5, und 2. … Sb8–c6. Es gibt Übergänge, z. B. durch 3. Sg1–f3 in das Königsspringerspiel oder z. B. in die Wiener Partie durch 3. Sb1–c3.
Heut ist das Läuferspiel eher selten anzutreffen.

Manche probieren damit tatsächlich auch das Schäfermatt, welches sich aus dem Läuferspiel ableitet: 1. e4 e5 2. Lc4 Sc6 3. Dh5 Sf6 4. Dxf7#


Die Variationen zitiere ich aus Wikipedia:

2. … Sb8–c6
Diese Erwiderung bietet oft Übergänge in andere Eröffnungen: 3. Sg1–f3 führt ins Königsspringerspiel, 3. Sb1–c3 führt in die Wiener Partie.

Nach 3. d2–d3 Sg8–f6 geht Weiß mit 4. Sb1–c3 in die Wiener Partie über, mit 4. Sg1–f3 in das Zweispringerspiel im Nachzuge. Eine Ausnahme bildet allerdings die Variante 3. f2–f4. Dieses Bauernopfer leitet ins Königsgambit über. Weiß hat gute Chancen für den Bauern genügend Kompensation und Raumvorteil zu erhalten.

3. … e5xf4 4. Sg1–f3 g7–g5 5. 0–0 Lf8–g7

(eine andere Möglichkeit für Schwarz wäre 5. … g5–g4 6. Sf3–e1 Lf8–c5+ 7. Kg1–h1 Dd8–g5. Nach 7. … Sc6–a5? 8. Lc4xf7+! Ke8xf7 9. Tf1xf4+ Kf7–e8 10. Dd1xg4 Dd8–e7 11. Dg4–h5+ jedoch bekam Weiß in Morch – Hansen, Kopenhagen 1954 einen unwiderstehlichen Angriff.)

6. d2–d4 d7–d6 7. c2–c3 h7–h6 ergibt die Hanstein-Variante des Königsspringergambits.

2. … Sg8–f6 (Berliner Verteidigung)
Neben Varianten, welche zu verwandten Eröffnungen wie dem Zweispringerspiel im Nachzuge durch 3. Sg1–f3 Sb8–c6 (3. … Sf6xe4 ist das Boden-Kieseritzky-Gambit der Russischen Verteidigung) oder durch 3. Sb1–c3 zur Wiener Partie und ihrer Frankenstein-Dracula-Variante führen können, gibt es noch andere Fortsetzungen: das passive 3. d2–d3 welches c7–c6 4. Sg1–f3 d7–d5 zulässt ; 3. d2–d4, das Urusov-Gambit, (im englischen Sprachraum Ponziani’s Gambit genannt) ; 3. f2–f4 (im englischen Sprachraum Greco Gambit genannt), das die Erwiderung 3. … Sf6xe4 4. d2–d3 Se4–d6 bekommt.

Das Angenommene Urusov-Gambit mit 3. d2–d4 e5xd4 4. Sg1–f3 Sf6xe4 5. Dd1xd4 samt seinen drei Hauptvarianten – entsprechend dem fünften Zuge von Schwarz – ermöglicht Weiß trotz Verlusts eines Zentrumsbauern einen Tempo- und Raumgewinn erzielen zu können. Gutes Zusammenspiel der Figuren und bestmöglicher Einsatz ihrer Feuerkraft ergeben bei folgerichtiger Fortsetzung einen leichten Vorteil für Weiß.

Versucht Schwarz dieses Abspiel durch 4. … Sb8–c6 zu vermeiden, landet er in der Variante 4. d2–d4 e5xd4 des Zweispringerspiel im Nachzuge.

2. … c7–c6
Schwarz plant damit den Bauernzug d7–d5. Weiß kann dies mit 3. Dd1–e2 unterbinden, aggressives Spiel mit 3. d2–d4 entwickeln oder normal weiterentwickeln und damit 3. … d7–d5 zulassen.

3. Dd1–e2 In diesem Falle ist es für Schwarz möglich, den d-Bauern mit 3. … d7–d6 nur ein Feld nach vorne zu schieben, mit anderen Zügen solide weiter zu entwickeln oder mit 3. … Lf8–c5 zulassen, dass Weiß eine Kombination versuchen kann.
3. … Lf8–c5 4. Lc4xf7+!? Ke8xf7 5. De2–c4+ d7–d5 6. Dc4xc5 d5xe4 7. Dc5xe5 Sg8–f6 (Diagramm). Nun hat Weiß einen Bauern gewonnen, aber zum Ausgleich erhält Schwarz starke Initiative, sodass Weiß nun sehr genau spielen muss. Zudem hemmt der schwarze e-Bauer die weiße Entwicklung. In der Partie Boharchirtuk – Fleischmann (Regensburg, 1946) folgte weiterhin 8. Sg1–e2 Tf8–e8 9. De5–d4 Dd8–c7 10. Sb1–c3 Lc8–f5 11. Se2–g3 Lf5–g6 12. Dc4–c5+ Kf7–f8 und Weiß hat das Gröbste überstanden. Statt 9. … Dd8–c7, wäre allerdings wohl Dd8xd4 angebracht gewesen, mit der Variante 10. Se2xd4 Te8–d8 11. Sd4–e2 Sb8–a6!? droht Sa6–b4 12. a2–a3 unklare Stellung, Weiß ist als Ausgleich für den Bauerngewinn in einem deutlichen Entwicklungsnachteil.
3. d2–d4!?
3. … e5xd4?! 4. Dd1xd4 Die Dame lässt sich aufgrund des derzeit verstellten Feld c6 nur schwer vertreiben.
3. … d7–d5 4. e4xd5 c6xd5 5. Lc4–b5+ Lc8–d7 6. Lb5xd7+ Sb8xd7 7. d4xe5 Sd7xe5 danach entwickelt sich ein eher ruhiges Spiel, wobei Schwarz allerdings mit dem Manko des d-Isolani leben muss. Es ist möglich: 8. Sg1–e2!? Sg8–f6 9. 0–0 Lf8–d6 10. Sb1–c3 Ld6–c7 11. Lc1–g5 Se5–g4 12. h2–h3 h7–h6 13. Lg5–h4 g7–g5 14. h3xg4 g5xh4 15. Se2–d4 Th8–g8 16. f2–f3 Lc7–e5 17. Tf1–e1 Dd8–e7 18. f3–f4 (Computerpartie 386/33 Rex 2 30 – Super C, 1991) Schwarz gerät unter die Räder.
3. Sg1–f3 Weiß kann auch d7–d5 bewusst zulassen, um abzutauschen und seine Stärken in der Figurenentwicklung suchen. Z. B.: 3. … d7–d5 4. e4xd5 c6xd5 5. Lc4–b5+ Lc8–d7 6. Dd1–e2 mit ausgeglichener Stellung
Sonstige Erwiderungen
2. … Lf8–c5 bietet einen Übergang ins Italienische: 3. Sg1–f3 Sb8–c6.
3. Dd1–h5 droht das Schäfermatt.

2. … f5?!, das nach Gioacchino Greco benannte „Kalabrische Gegengambit“, gilt als riskante und zweischneidige Fortsetzung, weil Weiß mittels 3. Lc4xg8 Th8xg8 4. Dd1–h5+ g7–g6 5. Dh5xh7 Tg8–g7 6. Dh7–h8 die Zerstörung des schwarzen Königsflügel gelingt.
2. … b7–b5?! ist ein Bauernopfer, das Schwarz nicht weiter hilft: 3. Lc4xb5 c7–c6 4. Lb5–e2 d7–d5 5. e4xd5 c6xd5 6. d2–d4

Teil 3 : Wilhelm Steinitz – Weltmeister 1886 – 1894

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2. Schachweltmeisterschaft 1889

Hier finden Sie das PGN-File WM1889Steinitz_Chigorin mit den unten angeführten 17 Partien.

1. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52

2. Spiel der WM 1889 Damenbauernspiel, D02

3. Spiel der WM 1889 Spanische Partie, Alte Steinitz-Verteidigung, C62

4. Spiel der WM 1889 Damenbauernspiel, D02

5. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52

6. Spiel der WM 1889 Damenbauernspiel, D02,

7. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52

8. Spiel der WM 1889 Damengambit, Halbslawische Verteidigung, D46

9. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52

10. Spiel der WM 1889 Damengambit, Tschigorin-Verteidigung, D07

11. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52


12. Spiel der WM 1889 Damengambit, Tschigorin-Verteidigung, D07


13. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52

14. Spiel der WM 1889 Damengambit, Tschigorin-Verteidigung, D07


15. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52


16. Spiel der WM 1889 Réti-Eröffnung, A04


17. Spiel der WM 1889 Evans-Gambit, C52

Weblinks:
Schachweltmeisterschaft 1889

Wiener Partie

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Die Wiener Partie beginnt mit den Zügen

1. e2–e4 e7–e5 2. Sb1–c3

Überleitungen zum Königsgambit, Läuferspiel und zum Vierspringerspiel sind möglich.

 

Hauptvarianten nach Wikipedia:

  • 2. … Sg8–f6
    • 3. Lf1–c4 (nach Sf6xe4 kann 4. Dd1–h5 folgen mit Übergang in die scharfe Frankenstein-Dracula-Variante; Sc6 wird das Zweispringerspiel im Nachzuge)
    • 3. g2–g3, das positionelle Fianchetto-System
    • 3. f2–f4 d7–d5 4. f4xe5 Sf6xe4 5. Dd1–f3 Sb8–c6 6. Lf1–b5 Se4xc3 ist die Hauptvariante
  • 2. … Sb8–c6
  • 2. … Lf8–c5 (Siehe Unsterbliche Remispartie) sollte mit 3. Sg1–f3 d7–d6 4. d2–d4 beantwortet werden. (3. … Sb8–c6 führt zum Dreispringerspiel)

20. Spiel der WM 1886 Wiener Partie, Steinitz-Gambit, C25

In der 20. Partie spielte Steinitz sein berüchtigtes Steinitz-Gambit, das Weiß einen sofortigen Wanderkönig beschert. Zukertort spielte die Verwicklungen jedoch nicht in bester Weise und verlor nach einem groben Fehler im 15. Zug die Dame. Die Aufgabe im 19. Zug machte diese Partie zur kürzesten entschiedenen Partie einer Weltmeisterschaft. Diesen Status verlor sie erst durch die 8. Matchpartie der WM 2012, die nur 17 Züge dauerte. 1. e4 e5 2. Sc3 Sc6 3. f4 exf4 4. d4 d5 5. exd5 Dh4+ 6. Ke2 De7+ 7. Kf2 Dh4+ 8. g3 fxg3+ 9. Kg2 Sxd4 10. hxg3 Dg4 11. De1+ Le7 12. Ld3 Sf5 13. Sf3 Ld7 14. Lf4 f6 15. Se4 Sgh6?? 16. Lxh6 Sxh6 Nun entscheidet eine kleine Kombination mit Qualitätsopfer, Fesselung und Gabel. 17. Txh6 gxh6 18. Sxf6+ Kf7 19. Sxg4 1:0 (Stand: Steinitz 12,5 : 7,5 Zukertort)

Angenommenes Damengambit

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Das Angenommene Damengambit D20 bis D29 beginnt mit 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 d5xc4

Das Damengambit ist kein typisches Bauernopfer in der Eröffnung (Gambit), da im Unterschied etwa zum Königsgambit der Schwarze den Bauern in den meisten Varianten nicht verteidigen kann, ohne in Nachteil zu geraten.

Wilhelm Steinitz wandte die Eröffnung erfolgreich an, indem er Weiß einen isolierten Damenbauern verpasste. Siegbert Tarrasch versah 2. … d5xc4 mit einem Fragezeichen, weil Schwarz damit ‚das Zentrum aufgibt‘. Sein Einfluss war so groß, dass das angenommene Damengambit seltener angewandt wurde.

Anders als im Abgelehnten Damengambit ist Schwarz in der Lage, seinen Läufer von c8 nach g4 zu entwickeln. Gegenstöße mit … e7–e5 oder … c7–c5 sind möglich, ohne wie in der Slawischen Verteidigung ein Tempo zu verliere.
Varianten und Verteidigung des Gambitbauern siehe auf Angenommenes Damengambit.

Beispiel für angenommenes Damengambit:
9. Spiel der WM 1886 Angenommenes Damengambit, D26

Verbesserte Tarrasch-Verteidigung

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Die Verbesserte Tarrasch-Verteidigung D40 beginnt mit den Zügen: 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 Sf6 4. Sf3 c5
Dazu ein Beispiel:
7. Spiel der WM 1886 Damengambit, Verbesserte Tarrasch-Verteidigung, D40

Das Vierspringerspiel

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Das Vierspringerspiel C47–C49 beginnt mit den Zügen
1. e2–e4 e7–e5 2. Sg1–f3 Sb8–c6 3. Sb1–c3 Sg8–f6 und kann sich auch durch Zugumstellung aus dem Dreispringerspiel, der Russischen Verteidigung oder der Wiener Partie entwickeln.

 

Varianten:

  • Schottisches Vierspringerspiel: 4. d2–d4 führt oft nach 4. … e5xd4 5. Sf3xd4 zur Hauptvariante der Schottischen Partie 5. Sc3–d5 ist das Belgrader Gambit. Ein Beispiel aus der ersten offiziellen WM 1886 in dem Steinitz gegen Zuckertort verlor:
    2. Spiel der WM 1886 45 Scotch Game: Schmidt Variation


    Durch ein nicht optimales Springermanöver in der Eröffnung gab Steinitz seinem Gegner die Initiative. Nach wechselhaftem Verlauf errang Zukertort den Sieg (Stand: Steinitz 1 : 1 Zukertort).

  • Spanisches Vierspringerspiel: 4. Lf1–b5
  • Italienisches Vierspringerspiel: 4. Lf1–c4 (4. … Lf8–c5 siehe Italienische Partie 4. Sc3 Sf6) kann das Scheinopfer Sf6xe4! 5. Sc3xe4 d7–d5 zur Folge haben, das Schwarz das Übergewicht im Zentrum gibt. 5. 0–0 Se4xc3 6. d2xc3 ergäbe die nachträgliche Annahme des nach Lionel Kieseritzky und Samuel Boden benannten Boden-Kieseritzky-Gambits der Russischen Verteidigung.
  • Gunsberg-Variante: 4. a2–a3 wartet die Entwicklung des Läufers f8 ab. Durch 4. … d7–d5 kann Schwarz die Rolle des Weißen im Schottischen Vierspringerspiel einnehmen.
  • Glek-Variante: 4. g2–g3
  • Van der Wiel-Variante: 4. Lf1–e2
  • Das Sizilianische Vierspringerspiel ist eine Variante der sizilianischen Verteidigung. Sie ist in den ECO-Codes unter dem Schlüssel B45 klassifiziert und entsteht nach den Zügen:1. e2–e4 c7–c5 2. Sg1–f3 e7–e6 3. d2–d4 cxd4 4. Sf3xd4 Sg8–f6 (Sb8–c6) 5. Sb1–c3 Sb8–c6 (Sg8–f6)

Das Vierspringerspiel gilt als ruhige, positionelle Eröffnung. Allerdings kann Weiß mit dem riskanten Halloween-Gambit (4. Sf3xe5) durch ein Figurenopfer das Spiel verschärfen.

Slawische Verteidigung

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Die Slawischen Verteidigung (D10 – D19) ist eine Variante des Damengambits und beginnt mit 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 c7–c6
Vorteile: Der Läufer auf c8 wird nicht behindert, Schwarz behält ein starkes Zentrum, der Bauer c4 könnte bald angegriffen werden.
Nachteile: Die Entwicklung von Schwarz ist langsamer, wenn Sie mit … c5 zurückschlagen, verlieren Sie einen Zug, das c6-Feld ist für den springer gesperrt.
Das 1. Spiel der 1. offiziellen WM 1886 war eine Slawische Verteidigung, weshalb sie hier gut als Beispiel passt.

Steinitz bringt schon im 3. Zug den Läufer auf f5 und dann folgt erst e6 und Springer d7, somit ist der Läufer nicht blockiert.

Varianten:

Die Abtauschvariante mit 3. c4xd5 c6xd5 ist ziemlich ausgeglichen und wird eher selten gespielt.
Eine Varianten mit 3. Sg1–f3 ist die Alapin-Variante
Durch den Springerzug von Weiß kann Schwarz seine Grundidee nicht sofort umsetzen, denn 3. … Lc8–f5? scheitert an 4. c4xd5 c6xd5 5. Dd1–b3. Die üblichen Antworten von Schwarz sind daher entweder 3. … e7–e6, was in die halbslawische Verteidigung transponiert, oder
3. … Sg8–f6
4. Sb1–c3 d5xc4
Hinter dieser nachträglichen Annahme des Gambits steckt der Plan, den Mehrbauern mittels 5. … b5 zu verteidigen, was Weiß mittels
5. a2–a4
zu verhindern versucht. Die häufigsten Antworten von Schwarz sind
5. … Lc8–f5 (Tschechische Verteidigung): Schwarz setzt seinen ursprünglichen Plan in die Tat um.
6. e2–e3 e7–e6 7. Lf1xc4 Lf8–b4 8. 0–0 bringt Weiß leichten Raumvorteil. Das weiße Bauernzentrum ist nicht so beweglich wie es aussieht: d4–d5 führt zu Abtausch und Verflachung, e4–e5 ergibt Stärken und Schwächen für beide Seiten. Schwarz wird auf e6–e5, c6–c5 oder b7–b5 langsam hinarbeiten.
Der Rückgewinn des c4 mittels 6. Sf3–e5 e7–e6 7. f2–f3 führt durch 7. … Lf8–b4 8. e2–e4 Lf5xe4 9. f3xe4 Sf6xe4 10. Lc1–d2 Dd8xd4 zu erheblichen Komplikationen. Die Idee der sofortigen Durchsetzung des Bauernzentrums mittels f2–f3 und e2–e4 war es, einen Lg6 auf Granit beißen zu lassen. Eine Alternative für Schwarz ist 6. Sf3–e5 Sb8–d7 7. Se5xc4 Dd8–c7 mit der Idee 8. g2–g3 e7–e5.
5. … Lc8–g4 (Steiner-Variante): Mithilfe des Läuferzuges soll 6. e2–e4 verhindert werden, denn es folgte 6. … e7–e6 7. Lf1xc4 L8–b4 mit einer Fesselung beider weißer Springer. Die übliche Antwort von Weiß auf die Steiner-Variante ist 6. Sf3–e5, um seinerseits den Läufer g4 zu befragen und den Bauern c4 zurückzugewinnen.
Weiters sind hier zu erwähnen (Wikipedia):
Tolusch-Geller-Gambit
Im Tolusch-Geller-Gambit überlässt Weiß im Gegensatz zur Alapin-Variante Schwarz die Möglichkeit, mittels b7–b5 den Bauern c4 zu decken und übernimmt mit
3. Sg1–f3 Sg8–f6
4. Sb1–c3 d5xc4
5. e2–e4
die Initiative im Zentrum. Die Hauptvariante ist 5. … b7–b5 6. e4–e5 Sf6–d5 7. a2–a4 e7–e6 8. a4xb5 Sd5xc3 9. b2xc3 c6xb5 10. Sf3–g5 Lc8–b7 11. Dd1–h5 g7–g6 12. Dh5–g4 Lf8–e7.
Aljechin-Variante
Die Aljechin-Variante ähnelt von der Grundidee dem Tolusch-Geller-Gambit. Sie entsteht nach
3. Sg1–f3 Sg8–f6
4. Sb1–c3 d5xc4
5. e2–e3
In der Aljechin-Variante ist der weiße e-Bauer im Gegensatz zu diesem jedoch nicht angreifbar. Dadurch gewinnt Weiß Zeit, sich nach 5. … b7–b5 6. a2–a4 b5–b4 sofort des Rückgewinns des Bauern c4 anzunehmen. Die Abspiele 7. Sc3–a2 e7–e6 8. Lf1xc4 oder 7. Sc3–b1 Lc8–a6 8. Dd1–c2 e7–e6 9. Lf1xc4 erreichen mühelos dieses Ziel.
Chamäleon-System
Das von Tschebanenko popularisierte Chamäleon-System
3. Sg1–f3 Sg8–f6
4. Sb1–c3 a7–a6
hat den Bauernvorstoß 5. … b7–b5 im Sinn. Weiß kann sich dieses Vorstoßes seinerseits mittels 5. c4–c5 erwehren, wodurch Weiß Raumvorteil erhält. Schwarz kann seinerseits versuchen, die weiße Bauernstruktur mittels 5. … Sb8–Sd7 nebst 6. … b7–b6 aufzuhebeln.
Winawer-Gegengambit
Das Winawer-Gegengambit entsteht nach den Zügen
3. Sb1–c3 e7–e5.
Weiß hat die Möglichkeiten, das Gambit mittels 4. d4xe5 d5–d4 anzunehmen, mittels 4. e2–e3 abzulehnen oder den Zwischenzug 4. c4xd5 zu machen. Möglich sind dort 4. c4xd5 c6xd5 5. d4xe5 d5–d4 6. Sc3–e4 Dd8–a5+ mit Rückgewinn des Bauern, oder 4. c4xd5 c6xd5 5. Sg1–f3 e5–e4 6. Sf3–e5 Sb8–c6 mit völligem Ausgleich.
Seltene Abspiele
Das Fianchetto des schwarzen Lf8 wurde in der Partie Lasker – Schlechter, Berlin 1910, 10. Wettkampfpartie eingeführt.
Igor Rausis versuchte sich als Schwarzer mit der nachträglichen Annahme 3. Sg1–f3 d5xc4 4. e2–e3 Lc8–e6 (5. Sf3–g5 scheitert am Doppelangriff Dd8–a5+) und als Weißer mit 3. Sg1–f3 Sg8–f6 4. Dd1–c2 d5xc4 5. e2–e4
Stellungen nach 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 c7–c6 3. Sg1–f3 Sg8–f6 4. g2–g3 können wegen der geplanten Aufstellung des weißen Läufers auf g2 zur Katalanischen Eröffnung gezählt werden.