Skandinavische Verteidigung

zurück zu Eröffnungen beginnt mit den Zügen 1. e2–e4 d7–d5


 

 

Die Skandinavische Verteidigung beginnt mit den Zügen 1. e2–e4 d7–d5

 

 

 

Eine sehr interessante „unsterbliche“ Partie kann hier als Beispiel angeführt werden, nämlich
die Peruanische Unsterbliche, bei der beide Türme und die Dame geopfert werden.

Mir gefallen viele Gambits, aber nicht, wenn man mir so (gleich mit dem Damenbauern) kommt. Tennison sah das anders und kreierte das Tennison-Gambit als eine Variation, die, mit vertauschten Farben, dem Budapester Gambit ähnelt.

Jetzt sehe ich mir den letzten Teil (Hacking The Scandinavian!) der Serie Spicy Gambits! von GM Simon Williams an.


Der Springer macht sich auf e5 fast immer recht gut.

Dann gibt es hier noch ein „beschwindelndes“ 😉 Video:

Caro-Kann-Verteidigung

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Die Grundstellung der Caro-Kann-Verteidigung entsteht nach den Zügen: 1. e2–e4 c7–c6

Die Bezeichnung geht auf den Deutschen, Horatio Caro und den Wiener, Marcus Kann zurück. Dass Schwarz 2. … d7–d5 ist offensichtlich, doch bevor ich näher auf die Variationen eingehe noch eine kleine Warnung für diejenigen, die Caro-Kann erlernen wollen. Aufpassen, es gibt gleich am Anfang Fallen, die peinlich werden könnten:

Ja, im schlimmsten Fall für Schwarz, gäbe es schon nach 5 Zügen ein schönes ersticktes Matt:

Varianten nach 3. Sb1–c3 (bzw. 3. Sb1–d2) d5xe4 4. Sc3xe4 (bzw. 4. Sd2xe4):

  • Klassisches System: 4. … Lc8–f5 5. Se4–g3 Lf5–g6
    Weiß deckt den Bauer – Tausch – und dann kommt Schwarz mit dem Läufer, was Weiß zu 6.h4 einlädt.

    Flohr-System/PetrosjanSmyslow-System: 4. … Sb8–d7
    Dazu gibt es das legendäre Spiel:


    Siehe dazu auch 20 Jahre Kasparov gegen Deep Blue.

    Larsen-Variante: 4. … Sg8–f6 5. Se4xf6+ g7xf6
    In dieser Variante nimmt Schwarz einen Doppelbauern in Kauf und erhält dafür auf der halboffenen g-Linie und durch sein Bauernzentrum aktives Spiel. Allerdings hat der schwarze Aufbau auch erhebliche Nachteile: Der Doppelbauer macht das schwarze Spiel unflexibler, und der isolierte h-Bauer neigt im Endspiel zur Schwäche.
    Nimzowitsch-Variante: 4. … Sg8–f6 5. Se4xf6+ e7xf6

    Varianten mit 3. Sb1–c3 ohne Tausch auf e4:

    • Gurgenidze-Gegenangriff: 3. Sb1–c3 b7–b5
    • Modernes oder Gurgenidze-System: 3. Sb1–c3 g7–g6

    Der Panow-Angriff aus Wikipedia:

    3. e4xd5 c6xd5 4. c2–c4 Sg8–f6 5. Sb1–c3. Schwarz hat drei Hauptfortsetzungen:

    • Mit 5. … e7–e6 verzichtet Schwarz auf die Entwicklung seines weißfeldrigen Läufers nach f5 oder g4 und festigt sein Zentrum. Nach 6. Sg1–f3 Lf8–e7 7. c4xd5 Sf6xd5 8. Lf1–d3 Sb8–c6 entsteht eine typische Isolani-Stellung der Verbesserten Tarrasch-Verteidigung. Das gilt ebenso für 7. c4xd5 Sf6xd5 mit 6. … Lf8–b4 statt Lf8–e7. 6. Sg1–f3 Lf8–e7 7. c4–c5 ist deshalb der als Caro-Kann einzuordnende Weg. Nach weiterer kurzer Rochade beabsichtigt Schwarz den Bauernhebel … b7–b6. Falls Weiß seinen Bauern c5 durch 8. b2–b4 vorsorglich deckt, ist der Sc3 ungedeckt. Darauf wird Schwarz Gegenspiel im Zentrum und am Königsflügel suchen durch … Sf6–e4. Das zeigt sich z. B. in 7. c4–c5 0–0 8. b2–b4 Sf6–e4 9. Dd1–c2 f7–f5.
    • Nach 5. … Sb8–c6 beginnt ein eigenständiger Variantenkomplex, der teilweise zu sehr konkretem Spiel führt und bis ins Endspiel analysiert ist. Beispielsweise besiegte Michail Botwinnik beim Turnier in Moskau 1935 Rudolf Spielmann in nur 12 Zügen.[2] Zwar kann Schwarz seinen Läufer weiterhin nach f5 oder g4 entwickeln, er muss aber dafür mit dem Vorstoß c4–c5 rechnen, der mit dem schwarzen Springer auf c6 stärker ist als ohne: Nach dem Hebel … b7–b6 ist dieser ungedeckt und kann mittels Lf1–b5 angegriffen werden. Für den anderen schwarzen Bauernhebel … e7–e5 wäre der Abtausch Lb5xc6 nachteilig. Nach 5. … Sb8–c6 6. Lc1–g5 oder 6. Sg1–f3 Lc8–g4 beginnen eigenständige Varianten, während 6. … e7–e6 jeweils durch Zugumstellung zur ersten Variante führt. 6. … Le6 war ein Versuch Alexander Aljechins
    • 5. … g7–g6 opfert nach 6. Dd1–b3 lieber vorübergehend den Bauern d5 mit 6. … Lf8–g7 7. c4xd5 0–0.

    Die Vorstoßvariante
    Im Gegensatz zur Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung entwickelt Schwarz nach 3. e4–e5 zumeist seinen Läufer mit 3. … Lc8–f5, um im nächsten Zug mit … e7–e6 den Punkt d5 zu festigen und den Bauernhebel … c6–c5 vorzubereiten. Weiß hat zahlreiche Möglichkeiten im vierten Zug: Lf1–d3, h2–h4, g2–g4, Sg1–e2, c2–c4, c2–c3, Lc1–e3, Sb1–d2, f2–f4, sowie

    Das positionelle Short-System: 4. Sg1–f3 gefolgt von 5. Lf1–e2 und
    Das scharfe Van-der-Wiel-System: 4. Sb1–c3 e7–e6 5. g2–g4 Lf5–g6 6. Sg1–e2.
    Die Varianten mit f2–f4, c2–c3 und Lc1–e3 können auch durch Zugumstellung ineinander übergehen.

    Oft wird der schwarze Läufer auf f5 das Ziel weißer Angriffe, etwa durch g2–g4, h2–h4–h5 (Partiebeispiel) oder Sg1–e2–g3 bzw. Sg1–e2–f4 oder kann im Falle einer Öffnung des Damenflügels durch c2–c4 dort fehlen. Deshalb gewinnt in letzter Zeit die Fortsetzung 3. … c6–c5, die Michail Botwinnik in der Schachweltmeisterschaft 1961 dreimal gegen Michail Tal spielte, wieder an Popularität.

    Abtauschvariante
    3. e4xd5 c6xd5 4. Lf1–d3. Nach folgendem c2–c3 und … e7–e6 entspricht diese Stellung der Abtauschvariante des Damengambits mit vertauschten Farben. 4. … Sg8–f6 bereitet … Lc8–g4 vor. Nach 5. h2–h3 Sb8–c6 6. c2–c3 e7–e5 7. d4xe5 Sc6xe5 hat Schwarz zwar einen Isolani, aber freies Spiel. Ab dem Jahre 2007 kam die Abtauschvariante in der Form 2. Sg1- f3 d7–d5 3. e4xd5 c6xd5 4. Sf3–e5 auf. Diese sogenannte „Apocalypse Attack“ erschwert die Entwicklung des Lc8 und behält sich Lf1–b5 vor.

    Fantasy-Variante
    Mit 3. f2–f3 wird zwar der Bauer e4 gedeckt; dieser Zug gilt allerdings als zweischneidig, da er nichts für die Entwicklung der Figuren leistet. Schwarz kann mit 3. … e7–e6 nebst … Sg8–f6 oder 3. … g7–g6 fortsetzen. Eine weitere interessante Idee ist, die Springer nach d7 und e7 zu entwickeln, um dann mit c5 oder e5 das weiße Zentrum zu attackieren (Hebel). Nicht selten wird mit 3. … d5xe4 4. f3xe4 e7–e5 (drohendes Damenschach auf h4) fortgesetzt, womit die Situation im Zentrum etwas geklärt wird und Schwarz freies Figurenspiel erhält. Analog zum Blackmar-Diemer-Gambit kann der Anziehende stattdessen (nach 3. … d5xe4) auch einen Bauern mit 4. Sb1–c3 opfern.

    Zweispringer-System
    2. Sg1–f3 d7–d5 3. Sb1–c3. Dies wurde von Bobby Fischer gern gespielt. Durch 3. … d5xe4 4. Sc3xe4 Lc8–g4 erschwert Schwarz die weiße Zentrumsbildung.

    Königsindischer Angriff
    2. d2–d3 mit der Idee 3. Sb1–d2, 4. g2–g3, 5. Lf1–g2 usw.

    Anti-Caro-Kann
    2. c2–c4 (Beschleunigter Panow-Angriff)

    Eine eigenständige Fortsetzung ist 2. … e7–e5.
    2. … d7–d5 3. e4xd5 c6xd5 wird das Panow-System ergeben. 3. … Sf6 bietet das Skandinavische Gambit an, mit dem man auf Entwicklungsvorsprung spielt.
    Rasa-Studier-Gambit
    2. d2–d4 d7–d5 3. Sb1–c3 d5xe4 4. f2–f3
    mit ECO-Schlüssel B15[3]

Modern Italian Game – früher Zug nach d5

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Typischerweise beginnt die italienische Partie mit den Zügen:

1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–c4 Lf8–c5

Zuerst einmal eine schöne klassische Italienische:
Mikhail Kobalia vs Vladimir Petkov
Italian Game: Classical Variation. Giuoco Pianissimo (C53) · 1-0

Dann ein Video und die Überlegungen dazu:

Slawische Verteidigung

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Die Slawischen Verteidigung (D10 – D19) ist eine Variante des Damengambits und beginnt mit 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 c7–c6
Vorteile: Der Läufer auf c8 wird nicht behindert, Schwarz behält ein starkes Zentrum, der Bauer c4 könnte bald angegriffen werden.
Nachteile: Die Entwicklung von Schwarz ist langsamer, wenn Sie mit … c5 zurückschlagen, verlieren Sie einen Zug, das c6-Feld ist für den springer gesperrt.
Das 1. Spiel der 1. offiziellen WM 1886 war eine Slawische Verteidigung, weshalb sie hier gut als Beispiel passt.

Steinitz bringt schon im 3. Zug den Läufer auf f5 und dann folgt erst e6 und Springer d7, somit ist der Läufer nicht blockiert.

Varianten:

Die Abtauschvariante mit 3. c4xd5 c6xd5 ist ziemlich ausgeglichen und wird eher selten gespielt.
Eine Varianten mit 3. Sg1–f3 ist die Alapin-Variante
Durch den Springerzug von Weiß kann Schwarz seine Grundidee nicht sofort umsetzen, denn 3. … Lc8–f5? scheitert an 4. c4xd5 c6xd5 5. Dd1–b3. Die üblichen Antworten von Schwarz sind daher entweder 3. … e7–e6, was in die halbslawische Verteidigung transponiert, oder
3. … Sg8–f6
4. Sb1–c3 d5xc4
Hinter dieser nachträglichen Annahme des Gambits steckt der Plan, den Mehrbauern mittels 5. … b5 zu verteidigen, was Weiß mittels
5. a2–a4
zu verhindern versucht. Die häufigsten Antworten von Schwarz sind
5. … Lc8–f5 (Tschechische Verteidigung): Schwarz setzt seinen ursprünglichen Plan in die Tat um.
6. e2–e3 e7–e6 7. Lf1xc4 Lf8–b4 8. 0–0 bringt Weiß leichten Raumvorteil. Das weiße Bauernzentrum ist nicht so beweglich wie es aussieht: d4–d5 führt zu Abtausch und Verflachung, e4–e5 ergibt Stärken und Schwächen für beide Seiten. Schwarz wird auf e6–e5, c6–c5 oder b7–b5 langsam hinarbeiten.
Der Rückgewinn des c4 mittels 6. Sf3–e5 e7–e6 7. f2–f3 führt durch 7. … Lf8–b4 8. e2–e4 Lf5xe4 9. f3xe4 Sf6xe4 10. Lc1–d2 Dd8xd4 zu erheblichen Komplikationen. Die Idee der sofortigen Durchsetzung des Bauernzentrums mittels f2–f3 und e2–e4 war es, einen Lg6 auf Granit beißen zu lassen. Eine Alternative für Schwarz ist 6. Sf3–e5 Sb8–d7 7. Se5xc4 Dd8–c7 mit der Idee 8. g2–g3 e7–e5.
5. … Lc8–g4 (Steiner-Variante): Mithilfe des Läuferzuges soll 6. e2–e4 verhindert werden, denn es folgte 6. … e7–e6 7. Lf1xc4 L8–b4 mit einer Fesselung beider weißer Springer. Die übliche Antwort von Weiß auf die Steiner-Variante ist 6. Sf3–e5, um seinerseits den Läufer g4 zu befragen und den Bauern c4 zurückzugewinnen.
Weiters sind hier zu erwähnen (Wikipedia):
Tolusch-Geller-Gambit
Im Tolusch-Geller-Gambit überlässt Weiß im Gegensatz zur Alapin-Variante Schwarz die Möglichkeit, mittels b7–b5 den Bauern c4 zu decken und übernimmt mit
3. Sg1–f3 Sg8–f6
4. Sb1–c3 d5xc4
5. e2–e4
die Initiative im Zentrum. Die Hauptvariante ist 5. … b7–b5 6. e4–e5 Sf6–d5 7. a2–a4 e7–e6 8. a4xb5 Sd5xc3 9. b2xc3 c6xb5 10. Sf3–g5 Lc8–b7 11. Dd1–h5 g7–g6 12. Dh5–g4 Lf8–e7.
Aljechin-Variante
Die Aljechin-Variante ähnelt von der Grundidee dem Tolusch-Geller-Gambit. Sie entsteht nach
3. Sg1–f3 Sg8–f6
4. Sb1–c3 d5xc4
5. e2–e3
In der Aljechin-Variante ist der weiße e-Bauer im Gegensatz zu diesem jedoch nicht angreifbar. Dadurch gewinnt Weiß Zeit, sich nach 5. … b7–b5 6. a2–a4 b5–b4 sofort des Rückgewinns des Bauern c4 anzunehmen. Die Abspiele 7. Sc3–a2 e7–e6 8. Lf1xc4 oder 7. Sc3–b1 Lc8–a6 8. Dd1–c2 e7–e6 9. Lf1xc4 erreichen mühelos dieses Ziel.
Chamäleon-System
Das von Tschebanenko popularisierte Chamäleon-System
3. Sg1–f3 Sg8–f6
4. Sb1–c3 a7–a6
hat den Bauernvorstoß 5. … b7–b5 im Sinn. Weiß kann sich dieses Vorstoßes seinerseits mittels 5. c4–c5 erwehren, wodurch Weiß Raumvorteil erhält. Schwarz kann seinerseits versuchen, die weiße Bauernstruktur mittels 5. … Sb8–Sd7 nebst 6. … b7–b6 aufzuhebeln.
Winawer-Gegengambit
Das Winawer-Gegengambit entsteht nach den Zügen
3. Sb1–c3 e7–e5.
Weiß hat die Möglichkeiten, das Gambit mittels 4. d4xe5 d5–d4 anzunehmen, mittels 4. e2–e3 abzulehnen oder den Zwischenzug 4. c4xd5 zu machen. Möglich sind dort 4. c4xd5 c6xd5 5. d4xe5 d5–d4 6. Sc3–e4 Dd8–a5+ mit Rückgewinn des Bauern, oder 4. c4xd5 c6xd5 5. Sg1–f3 e5–e4 6. Sf3–e5 Sb8–c6 mit völligem Ausgleich.
Seltene Abspiele
Das Fianchetto des schwarzen Lf8 wurde in der Partie Lasker – Schlechter, Berlin 1910, 10. Wettkampfpartie eingeführt.
Igor Rausis versuchte sich als Schwarzer mit der nachträglichen Annahme 3. Sg1–f3 d5xc4 4. e2–e3 Lc8–e6 (5. Sf3–g5 scheitert am Doppelangriff Dd8–a5+) und als Weißer mit 3. Sg1–f3 Sg8–f6 4. Dd1–c2 d5xc4 5. e2–e4
Stellungen nach 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 c7–c6 3. Sg1–f3 Sg8–f6 4. g2–g3 können wegen der geplanten Aufstellung des weißen Läufers auf g2 zur Katalanischen Eröffnung gezählt werden.

Teil 1 – Wilhelm Steinitz – Weltmeister 1886 – 1894

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Wilhelm Steinitz, der erste Schachweltmeister (1886 bis 1894) war Österreicher, bzw. österreichisch-amerikanischer Böhme – nun, Österreicher bin ich auch schon, mit dem Weltmeister hapert es halt noch ein wenig. 😉
Hier ist eine pgn-Datei mit 590 spielen mit Steinitz: Steinitz
Auch enthalten sind die Weltmeisterpartien vom Weltmeister Wilhelm Steinitz (1886–1894).
Steinitz war eine Kämpfernatur und scheute keine Auseinandersetzung. Wie schon vor dem Wettkampf mit Zukertort wählte er sich erneut den erfolgreichsten und seine Stellung in der Schachwelt am ehesten bedrohenden Spieler zum Kampf um den Weltmeistertitel. So verteidigte er seinen Titel in Wettkämpfen 1889 (gegen Tschigorin), 1890 (gegen Gunsberg) und 1892 (wiederum gegen Tschigorin). 1894 musste sich Steinitz dem jungen deutschen Talent Emanuel Lasker geschlagen geben. Den Verlust seines Titels erkannte er aber erst an, nachdem er 1896 einen Revanchekampf gegen Lasker ebenfalls verloren hatte.

Wissenswertes (Stellungsbewertung, Strategie, Eröffnungstheorie, Endspieltheorie, …), Partien und die Biographie findet man auf der Wikipedia-Seite hier gehe ich noch auf die zwei Eröffnungen von ihm ein, nämlich die Steinitz-Verteidigung und die Moderne Steinitz-Verteidigung.

Die Spiele sind alle sehenswert und man sieht viele Eröffnungen, wobei neben Ruy Lopez das Königs-, Damen- und Evansgambit oft vorkommt, aber auch die Wiener Partie sieht man des öfteren – hier eine davon:

Steinitz-Verteidigung

Die alte Steinitz-Verteidigung wurde auch von den folgenden Weltmeistern gerne gespielt, aber heute findet man sie eher selten.
1. e2–e4 e7–e5 2. Sg1–f3 Sb8–c6 3. Lf1–b5 d7–d6 (ECO-Code C62 und C66)

Denn Weiß kann Schwarz mittels 4. d2–d4 zwingen, das Zentrum demnächst durch e5xd4 aufzugeben, was ein signifikantes, aber nicht fatales Zugeständnis darstellt. Dann entsteht nämlich das sogenannte „kleine Zentrum“. Im Gegensatz zum „großen Zentrum“ stehen hier nur die Bauern e4 und d6 auf den Zentrumslinien. Die Tarrasch-Falle und die Ukrainische Unsterbliche sind Beispielpartien. 4. … Lc8–d7 5. Sb1–c3 e5xd4 6. Sf3xd4 g7–g6 nebst Lf8–g7 ist ein moderner Versuch.

Auf sofortiges e5xd4 kann Weiß durch 5. Dd1xd4 (Lc8–d7 6. Lb5xc6 Ld7xc6 7. Sb1–c3 ergibt Adams – Torre, New Orleans 1920) und auf 4. … Lc8–d7 5. Sb1–c3 Sg8–f6 durch das Nimzowitsch zugesprochene 6. Lb5xc6 Ld7xc6 7. Dd1–d3 e5xd4 8. Sf3xd4 seine lange Rochade anstreben. Die verzögerte Variante dieser Verteidigung (die Moderne Steinitz-Verteidigung) mit dem Einschub 3. … a7–a6 4. Lb5–a4 d7–d6 bietet Schwarz bessere Chancen und ist populärer.

Der Umweg 3. Lf1–b5 Sg8–f6 4. 0–0 d7–d6 über die Berliner Verteidigung vermeidet Varianten mit weißer 0–0–0. Diese Zugfolge wird deshalb „Verbesserte Steinitz-Verteidigung“ genannt. Eine Beispielpartie ist Capablanca – Bernstein, San Sebastián 1911.

Zitat aus Spanische Partie Steinitz-Verteidigung.

Hier eine Partie aus dem Jahr 1888 Ruy López Opening: Old Steinitz Defense, 4.d4 Bd7


Moderne Steinitz-Verteidigung


3. … a7–a6 4. Lb5–a4 d7–d6 (ECO-Code C72 bis C76)

Im Gegensatz zur Alten Steinitz-Verteidigung schaltet Schwarz das Zugpaar 3. … a7–a6 4. Lb5–a4 ein, bevor er 4. … d7–d6 spielt. Die Möglichkeit der Blockade der Fesselung des Springers auf c6 durch ein zeitiges …b7–b5 gibt Schwarz mehr Freiheit als in der Alten Steinitz-Verteidigung. Insbesondere in der Alten Steinitz-Verteidigung kann Weiß Schwarz praktisch zwingen, das Zentrum mittels …exd4 aufzugeben, aber in der Modernen Steinitz-Verteidigung kann Schwarz das Zentrum halten, wenn er will. Die meisten der plausiblen Züge für Weiß sind hier spielbar, 5. c2–c3, 5. c2–c4, 5. La4xc6+, 5. d2–d4 und 5. 0–0 eingeschlossen.

Die überaus scharfe Siesta-Variante entsteht nach 5. c2–c3 f7–f5, während ein positionell geprägtes Spiel von dem ruhigeren 5. c2–c3 Lc8–d7 6. d2–d4 ausgeht. Das Spiel ist auch scharf nach 5. La4xc6+ b7xc6 6. d2–d4 oder 5. 0–0 Lc8–g4 6. h2–h3 h7–h5. Die älteren Varianten starten mit 5. c2–c4 oder 5. d2–d4 und sind nicht so gefährlich für Schwarz. Nach 5. d2–d4 muss sich Weiß außerdem vor einer bekannten Eröffnungsfalle hüten, der Arche-Noah-Falle.

Bisweilen schiebt Schwarz vor d7–d6 noch die Züge 4. … Sg8–f6 5. 0–0 ein, was von einigen Autoren als Russische Variante bezeichnet wird. Dies kann es Schwarz ermöglichen, einige Varianten aus der Modernen Steinitz-Verteidigung zu vermeiden, in denen Weiß lang rochiert. Andererseits hindert die Position des Springers auf f6 Schwarz daran, das Zentrum mit f7–f6 zu unterstützen. Michail Tschigorin spielte die Russische Variante in den 1890er-Jahren, und später wurde sie auch von Akiba Rubinstein angewandt. Der letzte bemerkenswerte Gebrauch der Russischen Variante war in den 1950er Jahren, als sie von einigen russischen Meistern gespielt wurde.

Eine weitere Abwandlung ist die Awerbach-Variante.

 


Play Like Wilhelm Steinitz

Play Like Wilhelm Steinitz – eine Übung auf chess.com von Jeremy Kane

1.) Steinitz vs von Bardeleben

Es hat mich gewundert, weshalb Curt von Bardeleben mit Schwarz im 27. Zug mit dem König Kf8 gezogen ist, statt mit der Dame den Turm zu schlagen. Der Computer hätte jedenfalls den Turm geschlagen. Nichts desto trotz eine sehr bemerkenswerte Partie.


Arche-Noah-Falle



Siehe auch Arche-Noah-Falle.


Tarrasch-Falle



Siehe dazu auch Tarrasch Falle.
Weiter zu Teil 2 : Wilhelm Steinitz – Weltmeister 1886 – 1894

Weblinks:

Preußische Partie


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Früher wurde die Bezeichnung als Synonym für alle Varianten des Zweispringerspiels im Nachzuge (1. e2–e4 e7–e5 2. Sg1–f3 Sb8–c6 3. Lf1–c4 Sg8–f6) verwendet, jetzt nur noch die Fortsetzung mit 4. Sf3–g5 d7–d5 als „preußisch“ bezeichnet.

Stattdessen hätte Schwarz auch die Möglichkeit, mit 4. … Lf8–c5!? zum scharfen Traxler-Gegenangriff des Zweispringerspiels im Nachzuge zu kommen.

Nach 5. e4xd5 sollte Schwarz ein Gambit anbieten.

Es gibt folgende Fortsetzungen:

Polerio-Variante

Polerio-Variante 5. … Sc6–a5 6. Lc4–b5+ c7–c6 7. d5xc6 b7xc6 8. Lb5–e2 oder 8. Dd1–f3?!

Fritz-Variante


Fritz-Variante 5. … Sc6–d4 6. c2–c3 b7–b5 7. Lc4–f1

Ulvestad-Variante


Ulvestad-Variante 5. … b7–b5

Fegatello-Variante


Fegatello-Variante 5. … Sf6xd5? 6. Sg5xf7?! Ke8xf7 7. Dd1–f3+ Kf7–e6 8. Sb1–c3 Sc6–e7 9. 0–0

Diese Variante wird auch Fried Liver Attack genannt. Siehe dazu auch das Jerome Gambit.

Zweispringerspiel im Nachzuge


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Das Zweispringerspiel im Nachzuge beginnt mit den Zügen
1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–c4 Sg8–f6

Der Nachziehende entwickelt nach e5 zuerst seine beiden Springer und greift damit e4 an.
Varianten:

  • 4. Sb1–c3
    Die Deckung des Bauern mit 4. Sb1–c3 ermöglicht das Scheinopfer 4. … Sf6xe4, mit dem Schwarz Raumvorteil im Zentrum erlangen möchte. Nach 5. Sc3xe4 gewinnt der Schwarze mit der Bauerngabel d7–d5 die Figur zurück.


    Nach der weißen Hauptfortsetzung 4. Sf3–g5 scheitert dieses Opfer (4. … Sf6xe4) an 5. Lc4xf7+ Ke8–e7 6. d2–d4 mit weißem Vorteil.
    Weniger gut ist die Springergabel 5. Sg5xf7, da Schwarz durch Dd8–h4 mit Angriff auf f2 Gegenspiel organisiert, z. B.: 6. 0–0 Lf8–c5.
  • 4. Sf3–g5
    Die gebräuchlichste schwarze Entgegnung auf 4. Sf3–g5 lautet sofort d7–d5, wonach das Spiel nach 5. e4xd5 in die Preußische Partie übergeht. 4. … Lf8–c5 ergibt den zweischneidigen Traxler-Gegenangriff.

  • 4. d2–d4
    Nach 4. d2–d4 e5xd4 5. 0–0 Lf8–c5 6. e4–e5 geht die Partie in den Max-Lange-Angriff über. Dieses Abspiel kann Schwarz mit der Anti-Lange-Variante vermeiden: 5. … Sf6xe4 6. Tf1–e1 d7–d5 7. Lc4xd5 Dd8xd5 8. Sb1–c3 Dd5–a5 9. Sc3xe4 mit ungefähr ausgeglichenem Spiel.

  • 4. d2–d3
    die moderne Variante führt nach Lf8–c5 in die Italienische Partie.

Vorstoßvariante

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Vorstoßvariante

Im ersten Artikel zur Französischen Verteidigung sehen wir und aus Why Simon Loves the French Defense von GMSimon Williams das erste Kapitel „The Advance Variation“ an.

 

 

Das Brett ist drehbar mit Klick unten auf


Falls 6. a3 gespielt wird ist ein Angriff mit f6 empfehlenswert. Wird der Springer angegriffen, kann er für ein extrem starkes Zentrum geopfert werden.

Italienische Partie – Giuoco Piano

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Die Italienische Partie, auch Giuoco Piano, also ruhiges Spiel, genannt und in einer Variation mit 4. d3 sogar als Giuoco Pianissimo, sehr ruhiges Spiel, muss gar nicht so ruhig verlaufen, wie man das erwarten könnte. Jedenfalls beginnt die Italienische Partie, wie die Spanische mit
1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
.
Dann folgt sogar auch noch ein Zug mit dem Läufer, allerdings nicht, wie in der Spanischen Partie nach b5, sondern auf c4.


Die Italienische Partie beginnt also mit
1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–c4 *

Hier die Eröffnung und einige gute Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung.

Bevor ich die wichtigsten Varianten aus Wikipedia zitiere noch zu meinem Italienischen Spiel. Wenn mir die Spanische Partie in der Abtauschvariante nicht möglich ist, weil mein Gegenüber mit dem Springer nicht heraus kommt, spiele ich manchmal die Italienische Partie und dann die verrückte Variante mit dem Läuferopfer. Ich halte sie für strategisch eher nachteilig, aber ich baue dabei auf psychologische Vorteile, da der ungeschützte, hervorgelockte König vielen Spielern großes Unbehagen bereitet. So hoffe ich zumindest und nehme den Verlust in Kauf. Gegen Spieler, die mir vermutlich überlegen sind, Erfahrung und ein gutes Nervenkostüm haben, wage ich das Läuferopfer nicht, sondern dann spiele ich nach Möglichkeit die ebenfalls aggressive „Fried Liver Attack“, die mir sehr gut gefällt.

Varianten (zitiert aus der Wikipedia):

  • Der Greco-Angriff entsteht in der Hauptvariante
    4. c2–c3 Sg8–f6
    5. d2–d4 e5xd4
    6. c3xd4 Lc5–b4+ durch
    7. Sb1–c3 (7. Lc1–d2 vermeidet die Komplikationen)
  • Der Möller-Angriff 7. … Sf6xe4 (7. … d5?! geschah in Steinitz – von Bardeleben, Hastings 1895)
    8. 0–0 Lb4xc3
    9. d4–d5 (Die Verbesserung Möllers) Lc3–f6
    10. Tf1–e1 Sc6–e7
    11. Te1xe4 d7–d6
    12. Lc1–g5 Lf6xg5
    13. Sf3xg5 h7–h6 mit den beiden Angriffswegen
    14. Lc4–b5+ Lc8–d7 (14. … c6?, wonach nicht
    15. dxc6? 0–0 folgt, sondern 15. Sxf7! Kxf7
    16. Df3+ mit starkem Angriff) 15. Dd1–e2 Ld7xb5 16. De2xb5+ Dd8–d7
    17. Db5xb7 0–0
    18. Ta1–e1 Ta8–b8! (18. … Tfb8 19. Txe7 Dxe7 20. Dxb8+ Txb8 21. Te4xe7 h6xg5 22. Txc7 Txb2 23. h3 Txa2 24. Tc6 und das Turmendspiel ist remis.)
    19. Db7xa7 (19. Txe7? scheitert daran, dass nach 19. … Dxe7 das Schlagen
    20. Dxb8?? diesmal ohne Schachgebot erfolgt, so dass Weiß nach 20. … Dxe1# matt ist.) 19. … Se7xd5 20. Da7xd4 Dd7–f5!
    21. Sg5–f3 Tb8–b4
    22. Sf3–h4 (22. Dxb4?! Sxb4
    23. Txb4 sollte für Weiß nicht reichen) 22. … Df5–g5! 23. Sh4–f3 Tb4xd4 24. Sf3xg5 Td4–d2 und Schwarz gewinnt auf b2 einen wichtigen Bauern, weil Weiß erst seinen Springer g5 retten muss. Das ist auch der Grund, warum Schwarz den indirekten Damentausch erst nach dem Einschub der Züge 22. … Dg5! 23. Sf3 zulässt
    und 14. Dd1–e2 h6xg5 15. Ta1–e1 Lc8–e6 16. d5xe6 f7–f6 kristallisierte sich im Laufe der Zeit als Hauptvariante heraus.

Hier noch ein paar Videos zur Italienische Partie

target=“_blank“>Italienschen Partie

Abtauschvariante

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Die Abtauschvariante der Spanischen Partie ist eine Eröffnungsvariante im Schach. Sie entsteht nach den Zügen

1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 Sb8–c6
3. Lf1–b5 a7–a6
4. Lb5xc6 d7xc6

Nach How To Win With The Ruy Lopez Exchange Variation und How To Win With The Ruy Lopez 5.d4 von IM Keaton Kiewra

Abtauschvariante

Ein katastrophaler Fehler wäre für Weiß nach 4…dxc6 den Bauern auf e5 mit dem Springer zu schlagen, denn das würde zu einem schlimmen Doppelangriff durch die Dame führen.


Ruy Lopez mit 5.d4


2. Beispiel


3. Beispiel